Tie-dye

gefaltet, genäht, gefärbt

04. September 2026 – 23. Januar 2028

Im Mittelpunkt dieser Textilausstellung steht die Musterungstechnik Tie-dye. Gezeigt wird, wie aus abgebundenem, genähtem oder gefaltetem Stoff Muster entstehen – Schritt für Schritt und bis ins Detail nachvollziehbar. Grundlage ist die Textilsammlung des MKB. Die Besucher*innen können auch selbst aktiv werden.

Auf dem Catwalk schaulaufen keine berühmten Models in Designerware, sondern kunstvoll gemusterte Kleidungsstücke. Der Laufsteg ist zentral in der Ausstellung «Tie-dye: gefaltet, genäht, gefärbt».

Die Kimonos, Kinderkleider, Tücher und Schuhe verdienen Bewunderung, aber der Fokus liegt auf den Stationen drumherum. Sie verdeutlichen Schritt für Schritt, wie die Muster auf den Textilien entstehen.

Es geht in der neuen Ausstellung um das Handwerk. Es brauche dafür Zeit, viel Erfahrung, Wissen, Fantasie, Geschicklichkeit und ein wenig Mathematik, sagt die Kuratorin Stephanie Lovász. 

Einzigartig dreidimensional
Die Begeisterung der Kuratorin für Tie-dye ist in jeder Faser und in jedem der rund 250 Exponate zu spüren. Tie-dye ist allerdings nur der Oberbegriff, darunter reihen sich diverse Techniken ein.

shibori aus Japan ist eine der bekanntesten. plangi, bāndhanī, tritik und adirẹ sind weitere Techniken, die in Afrika, Asien, Europa und Südamerika angewandt werden. Sie unterstreichen auch den globalen Aspekt der Sammlung.

Das Besondere an Tie-dye ist die dreidimensionale Komponente. Ein Stoff wird vor dem Färben dreidimensional geformt. Bei manchen Textilien ist das nur vorübergehend, andere behalten die räumliche Form. Eine eigene Station macht das sichtbar.

Selbst ausprobieren
Tie-dye ist in der Textilsammlung des MKB umfassend dokumentiert. Deshalb können die Herstellungsprozesse in der Ausstellung bis ins Detail gezeigt werden – nicht nur anhand von Textilien, sondern auch mit den dazugehörigen Geräten und Materialien.

Dies ermöglicht es den Besucher*innen, die Entstehung von Mustern in allen Einzelheiten nachzuvollziehen. Sie wertschätzen das Handwerk neu. Umso mehr, weil an einer Mitmachstation viel ausprobiert werden kann.

Ein Besuch lohnt sich übrigens mehrfach: Rund alle sechs Monate werden einzelne Stücke auf dem Catwalk ausgetauscht. So kann die Vielfalt der Muster noch etwas mehr ausgekostet werden.

Installation von Marie Schumann
Während der Laufzeit der Ausstellung ist im Treppenhaus die ortsspezifische Installation «Sequences, Screens» der Textilkünstlerin Marie Schumann zu sehen. Wie im Tie-dye-Verfahren gewinnt das Gewebe auch hier eine räumliche Form: Die Arbeit entfaltet sich von einer Etage zur nächsten, von flach bis skulptural, und lässt sich von verschiedenen Seiten betrachten.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird das 12. Internationale Shibori-Symposium im MKB durchgeführt. Expert*innen aus aller Welt diskutieren in Basel vom 25. bis 27. September über «Textile & Architecture: The Art of Dimensional Transformation».