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Hohe Tiere

Es kommen immer mal wieder «hohe Tiere» ins Haus. Zum Beispiel am Study Friday. Da diskutieren sie, wie wir Menschen zu einem zeitgemässen Verhältnis zu den Tieren finden. Mit dabei Wissenschaftler*innen und Politiker*innen. Sie sind Menschen mit hohem gesellschaftlichen Ansehen und Einfluss. So werden hohe Tiere definiert.

Wieso nennt man solche Menschen «hohe Tiere»? Offenbar ist dieser Begriff im 19. Jahrhundert entstanden – auf dem Land. Um die Adligen von den einfachen Landsleuten zu unterscheiden. Doch warum gerade das Tier als Vergleich hinzugezogen wurde?

Weil der Mensch sich als Tier sieht? Weil er dadurch seine Überlegenheit und höheren Entwicklungsstand deutlich machen will? Ich habe keine Antwort darauf gefunden.

Erhaben

Interessant, dass im Russischen das «hohe Tier» oft mit «wichtigem Vogel» übersetzt wird. Andere Sprachen kennen den Begriff nicht mit Tieren, sondern mit Gemüse (Französisch), Tannzapfen (Russisch) oder Perücke (Englisch).

Auf einem Podest stehen verschiedene Tiere, im Vordergrund etwa ein gelb-grüner aufgerichteter Vogel

Tiere werden von den Menschen verehrt und sogar vergöttert

Dass im Deutschen das «hohe Tier» vielfach ironisch oder sarkastisch verwendet wird, macht mich etwas betroffen. Tiere können sehr wohl «hoch» respektive erhaben sein, wie wir in der Ausstellung «tierisch!» zeigen. Hoch sollen sie leben!

Sarg in Form eines gelb-grünen Vogels mit langem, zurückgebogenem Hals

Der mythische Sankofa-Vogel als Sarg aus Ghana

PS: Auch ich bin ein «hohes Tier». Ich sitze auf Glückwunschkarten oder Regalen, im Talar, mit Doktorhut und einer Brille auf der Nase. Durch mich wird gezeigt: Hier wohnt ein gescheites Haus mit Uni-Abschluss.