Die Eule ist pink

Farbige Geschichten

24. April 2026 – 24. Januar 2027

Welche Bedeutung haben Farben für uns Menschen? Und was lösen sie in uns aus? In der Ausstellung erzählen rund 200 Objekte farbige Geschichten.

Farben machen die Welt bunt. Sie faszinieren und regen die Fantasie an. Menschen geben Farben eine Bedeutung. Je nach Kultur kann diese ganz verschieden sein.

Ein leuchtendes Beispiel ist die pinke Eule aus Mexiko. Sie sticht unter ihren Freunden im ersten Raum hervor. Warum, erklärt sie da gleich selbst.

Auch die anderen rund 200 Dinge in der Ausstellung erzählen Geschichten über Farben, über ihre Farben. Sie berichten, wie wir Menschen Farben gewinnen, herstellen und damit handeln. Was oft mit Kolonialisierung verbunden war.

Sie zeigen auf, wie Farben als Schutz und als Schmuck genutzt werden und wie Farben Menschen verbinden. Farben vermitteln Botschaften und lösen Emotionen aus.

Farbe macht den Unterschied
Dass Farben einen grossen Unterschied machen, verdeutlichen Fasnachtslarven, Kuhschmuck, Andachtsbildchen sowie handkolorierte Fotos im zweiten Ausstellungsraum. Die Batik-Technik lässt sich dort sogar Schritt für Schritt verfolgen.

Aus den Geschichten geht hervor, wie wir Menschen Farben ganz bewusst einsetzen. Denn sie machen Dinge besonders, betonen Details, verleihen Bedeutung, bilden Realitäten ab und schaffen Stimmung.

Speziell sind die bunt bestickten, weissen Wyschywanka-Blusen. Einst schützten die Muster vor bösen Kräften. Seit 2014 und insbesondere seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 sind die Blusen zu Symbolen für Widerstand und Solidarität geworden.

Im Farbrausch
Der dritte Ausstellungsraum versetzt in einen Farbrausch. Ob karminrote Ponchos und Farbproben, purpurne Hochzeitsröcke, Skulpturen aus Rotholz, Grünsteine, gelbe Federkronen oder Indigokugeln und blaue Glasperlen, sie alle haben viel Spannendes zu erzählen.

An knallbunten Netztaschen vorbei geht es in den letzten Raum, in die Kreativ-Box. Dort können die Besucher*innen ihre ganz eigenen farbenfrohen Welten und Wände erschaffen, die nach und nach Teil der Ausstellung werden.

Für alle Sinne
Schon vorher lassen sich die Farben mit vielen Sinnen erleben – an etlichen kleineren Mitmachstationen. Denn Farben sind nicht nur etwas fürs Auge. 

Die Ausstellung entstand im Austausch mit Kindern und mit Menschen, die sehbehindert, blind, hörbehindert oder gehörlos sind. Ihre Sichtweisen sind Teil der Ausstellung. Sie erzählen über ihre Beziehungen und Erfahrungen mit Farben.

Audioguide
Für die Ausstellung «Die Eule ist pink – farbige Geschichten» haben wir einen Audioguide aus einer sehbehinderten Perspektive entwickelt. Er regt an, kreative Zugänge zur Ausstellung zu finden, die über das reine Beschreiben von Farben und Bildern hinausgehen. Jetzt reinhören

 

Die Ausstellung wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung durch:
Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG)
Emma Schaub Stiftung
Stiftung Denk an mich
Swisslos-Fonds Basel-Stadt
SUKOA AG
Stiftung zur Förderung des MKB

 

Videotranskription

Text zum Video «Die Eule ist pink – farbige Geschichten»

Der Titel «Die Eule ist pink – farbige Geschichten» wird eingeblendet, während die Kamera einen bunten, mit Perlen und Pailletten bestückten Umhang hochwandert. Es handelt sich um ein Kostüm eines Teufels, das für die Basler Fasnacht in Bolivien hergestellt wurde. Jazzmusik ertönt.

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Blick auf eine kleine Gefässpfeife in Eulenform, die auf einem braunen Tablar an einer braunen Wand sitzt. Sie kommt aus Mexiko. Die Eule hat ein pinkes Gefieder, zwei pinke Fänge und zwei pinke Ohren. Ihr Gesicht ist rund, schwarz-weiss bemalt, mit grossen runden gelben Augen.

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Blick auf eine braune Bastelarbeit, die an einer beigen Wand hängt. Das unförmige Wesen hat sechs Beine, zwei gelbe Hörner, dreizehn aufgeklebte Augen und ist mit einem rosa Band und einem pinken Band verziert.

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Blick auf eine bunte Maske vor einer dunkelbraunen Wand. Es handelt sich um eine Teufelsmaske. Sie gehört zum vorhin erwähnten Kostüm. Ihr Mund ist weit aufgerissen und sie besitzt grosse runde Stielaugen und vier Hörner.

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Blick in einen grossen, hellen, hohen Ausstellungsraum, in dem viele Objekte an braunen Wänden und auf braunen Podesten zu sehen sind. Die Ausstellungstexte sind auf roten, grünen, gelben und violetten Tafeln zu lesen.

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Blick in einen kleineren Ausstellungsraum mit hellgrünen Wänden an dessen einer Wand eine Dekoplatte in Form eines Baums befestigt ist. Der Baum besitzt einen dicken braunen Stamm und eine ausladende grüne Krone. Auf dem Baum sind Tablare angebracht, auf denen kleine Eulenfiguren sitzen, unter anderem auf die vorhin gezeigte pinke Eule.

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Nahaufnahme einer bunt bestickten, weissen Bluse aus grobem Stoff.

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Blick auf drei bunt bestickte, weisse Blusen, die auf Ständern hängen, die auf einem dunkelbraunen Podest stehen. Zwei sind von vorne zu sehen, eine von hinten. Es sind Wyschywanka-Blusen aus der Ukraine. Einst sollten die Stickereien an Ärmeln, Halsausschnitten und an Borten die Träger*innen vor bösen Kräften schützen. Heute sind die Blusen ein Symbol des politischen Widerstands und der Solidarität. Kuratorin Florence Roth spricht aus dem Off, kommt dann ins Bild und spricht vor der Station «Textilien – Karminrot und kolonialer Handel», wo fünf rote Teppiche und Kleidungsstücke ausgestellt sind: «Farben prägen unser Leben und unsere Welt. Sie prägen auch, wie wir die Welt wahrnehmen. Wir können beispielsweise an Menschen ablesen, wo sie dazugehören, wofür sie einstehen. Zum Beispiel bei Sport, Politik oder innerhalb ihrer Gemeinschaft.»

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Saxophonmusik ertönt. Blick auf eine helle Holzwand, an der zwei T-Shirts hängen: ein langärmeliges lila Shirt mit Aufdruck bitpanda und dem FCB-Logo sowie ein rot-schwarz gemustertes Adidas-Kurzarm-Shirt. Links davon hängen zwei rosa Schweissarmbänder sowie ein rosa Stirnband, alle mit dem Nike-Logo. Rechts steht auf einer rosa Tafel «Rosa Mexicano».

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Nahaufnahme einer hellen Holzkiste, in der eine kleine Wrestler-Figur steht, die rosa Hosen, einen rosa Umhang und eine rosa Maske sowie schwarze Stiefel trägt. Neben ihr liegt eine pinke Maske. Die Kamera schwenkt auf einen Bildschirm neben der Kiste, auf dem ein Wrestlingmatch gezeigt wird. Florence Roths Stimme erst aus dem Off, dann spricht sie im Bild am selben Ort wie vorhin: «In der Ausstellung ‹Die Eule ist pink› geht es um Farben. Wir erzählen in mehr als zwanzig Geschichten, wie Menschen ihr Leben farbig gestalten. Es geht darum, wie Menschen Farben gewinnen. Aus natürlichen und pflanzlichen Materialien, wie sie sie einsetzen und nutzen und wie sie ihnen Bedeutung zuschreiben.»

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Jazzmusik ertönt. Nahaufnahme einer rot-gelben Verzierung auf einem blauen Kleidungsstück. Die Kamera zoomt etwas heraus.

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Nahaufnahme einer blauen Jeans mit Löchern. Die Kamera zoomt heraus und zeigt die Jeans ganz, vor zwei riesigen blauen Gewändern, die an Ständern hängen, die auf einem dunkelbraunen Podest stehen. Links davon steht eine blaue Tafel mit Ausstellungstext, der übertitelt ist mit «Blau mit Geschichte». Die Gewänder sind Boubous aus Kamerun respektive Guinea.

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Blick auf eine dunkelbraune Wand, an der viele kleine bunte Etiketten hängen. Darunter stehen weisse Zahlen. Die Etiketten stammen von Basler Firmen. Mit ihnen wurden Verpackungen von Farbstoffen gestaltet. Die Kamera gleitet über Etiketten. Florence Roth beginnt aus dem Off zu sprechen und wird dann vor der Wand mit den Etiketten eingeblendet: «Basel war Ende des 19. Jahrhunderts ein Zentrum für die Farbstoffchemie. Die künstlich hergestellten Farbstoffe verschickten die Firmen in die ganze Welt und sie versahen die Verpackungen der Farbstoffe mit bunten Etiketten. Darauf zu sehen sind Motive aus Basel, aber auch aus den Absatzländern. Und so wurden neben Farbstoffen auch Bilder über Menschen und Orte weitergegeben.» Während Florence Roth redet, werden entsprechende Etiketten von J.R. Geigy, Dayal Laljee Bombay, Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel und Rohner LTD. von nah gezeigt. Die Motive: das Fabrikareal Rosental in Basel, ein Elefant, das Innere eines indischen Palasts, Vögel, eine Antilope, ein Löwe, der auf einem Fass balanciert, eine Dschunke auf dem Meer, eine Asiatin, ein Kampf zwischen einem Drachen und einem Tiger sowie ein Streitwagen gezogen von Hunden. Später ertönt hier Saxophon-Musik.

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An einer dunkelbraunen Wand hängen vier farbige Netztaschen. Links besagt eine Tafel mit Ausstellungstexten, dass es sich um die Station «Bunt und auffallend» handelt. Die Kamera schenkt auf eine braun-rot-grüne Netztasche. Zuerst hört man Florence Roth aus dem Off, danach kommt sie ins Bild, steht vor den Taschen und einem bunt gestreiften Textil: «Für Frauen auf Papua-Neuguinea sind Taschen sehr wichtig. Sie transportieren sehr vieles darin – von Babys bis zur Gartenernte. Früher stellten sie die Taschen aus Pflanzenfasern her. Neuerdings kommen auch Materialien wie Nylon dazu und die Farben und Taschen werden immer bunter und knalliger.» Beim letzten Satz fährt die Kamera langsam über eine orange-grün-blau-weisse Tasche. Jazzmusik ertönt.

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Nahaufnahme von drei rosa Puppen, von der nur die Puppe in der Mitte scharf gezeigt wird. Dann zoomt die Kamera heraus und zeigt alle drei Puppen scharf. Sie stammen aus Mexiko und sind mit der Farbe Rosa mexicano bemalt, die für ein positives Lebensgefühl steht.

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Blick auf eine dunkelbraune Wand mit fünf Textilien in verschiedenen Rottönen. Aus dem Off sagt Florence Roth: «Karminrot ist ein Farbstoff, der aus Schildläusen gewonnen wird. Sie leben auf Feigenkakteen in Mittel- und Südamerika. Dort wurde seit jeher dieser Farbstoff benutzt, um Textilien zu färben. Auch in der Kolonialzeit Spaniens war das ein wichtiges Handelsgut und wurde zwischen Amerika und Europa gehandelt.» Während sie spricht, wird Florence Roth eingeblendet, sie steht vor den roten Textilien. Zwischendrin zeigt die Kamera ein kleines Gestell, an dem drei Wollstränge in verschiedenen Rottönen hängen. Danach eine Nahaufnahme eines roten Teppichs, auf dem zwei Sicheln ineinander verschränkt sind sowie Fahrt über einen roten Poncho. Elektrische Gitarrenmusik ertönt.

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Blick auf einen Federkopfschmuck mit grünen Federn und blauem Kopfband in einer Vitrine. Es ist eine Federkrone aus Kolumbien. Die Off-Stimme von Roth ertönt: «Diese grünen Federn haben die Menschen im Amazonasgebiet sehr fasziniert. Sie haben daraus diesen besonderen Kopfschmuck gemacht. Für den Vogel, von dem diese Federn stammen, hat die Farbe aber eine weitere Funktion. Sie lässt ihn mit der Umwelt verschmelzen.» Während sie spricht, zeigt die Kamera Florence Roth gespiegelt im Glas der Vitrine. Danach eine Nahaufnahme von Roths Hand, die ein Türchen öffnet. Dort erscheint ein grüner ausgestopfter Vogel, eine Blaustirnamazone. 

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Blick in eine Vitrine mit zwei gelb-orange-grünen Federkronen aus Brasilien. Synthesizer-Musik ertönt. 

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Blick in einen hohen, hellen Ausstellungsraum mit vielen dunkelbraunen Podesten und Vitrinen. Rechts ist grüne Keramik zu sehen, weiter hinten hellgelbe Tafeln und ein Podest aus hellem Holz. Die Kamera zoomt näher ans Podest und an ein pinkes Tuch.

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Die Kamera fährt über vier weisse Larven-Rohlinge, alle aus Basel, an einer dunkelbraunen Wand.

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Florence Roth sitzt an einem Pult und schaut auf die Larven. Sie erklärt: «An dieser Station kann das Publikum selber Farbe hinzufügen. Und eine dieser weissen Larven der Basler Fasnacht selbst gestalten.» Danach bemalt sie auf einem Bildschirm eine Larve mit rotem Mund und blauen Augen und blauen abstehenden Haaren. Nun zoomt die Kamera weiter weg, zeigt Florence Roth von hinten und die ganze Larvenwand. Synthesizer-Musik ertönt. Nach einem Schwenk über zwei Larven, kommt Florence Roth ins Bild im grössten Ausstellungsraum: «In der Ausstellung gibt es viele interaktive Stationen. Es gibt Geschichten zum Hören und Anschauen, Dinge zum Anfassen und Farben zum Riechen. Und ein ganzer Raum ist der eigenen Kreativität gewidmet. Es gibt Materialien und wechselnde Aufgaben und das Publikum kann mithelfen, die Ausstellung zu gestalten.» Während sie spricht, wird ein Tisch mit Holzgefässen mit Perlen und Nadeln in allen Farben gezeigt. Links davon steht eine pinke Eulenfigur und dahinter eine graue Farbstiftspitzmaschine. 

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Elektrische Gitarren-Musik ertönt. Die Kamera fährt durch einen Raum, in dem lange Tisch und Hocker stehen und die grünlichen Wände mit gebastelten Werken behangen sind. Die Kamera nimmt ein paar der Basteleien ins Visier, ein pinkes und ein oranges Wesen aus Papier, ein blauer Mensch aus Papier, der auf und unter einer Wolke sitzt, ein pink-gelb-rotes Werk, zwei Zeichnungen von Figuren und eine gelbes Papiermännchen. Am Schluss wird der violette Schriftzug «arttv.ch» eingeblendet

ENDE