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«Arbeit und Talks waren anregend»

Am Sonntag geht die Ausstellung «Extractive Zones» zu Ende. Kurator Alexander Brust wirft im Interview Blicke zurück und voraus.

MKB: Herr Brust, was geht einem Kurator durch den Kopf kurz vor Ende einer Ausstellung?
Alexander Brust: Wir sind bereits dabei zu evaluieren, wie die Ausstellung angekommen ist und wie man die Erkenntnisse weiterentwickeln könnte. Mit einem weinenden Auge wird auch schon der Abbau vorbereitet.

Was nehmen Sie aus der Ausstellung mit?
Für mich persönlich war die interdisziplinäre Zusammenarbeit zur komplexen Thematik des Extraktivismus sehr fruchtbar. Auch die Arbeit mit unseren Museumssammlungen und mit den Gegenwartskünstlerinnen und Gegenwartskünstlern fand ich sehr anregend, um das Thema zugänglich zu machen. Wir konnten dadurch Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten zwischen Dingen aus der Sammlung und der gezeigten Gegenwartskunst. Es gelang uns, Geschichten hinter den Dingen freizulegen und in einen Dialog zu stellen zu sehr expliziten Aussagen der Gegenwartskunst.

Begleitend zur Ausstellung gab es eine Tagung sowie die Reihe Museum Talk mit Fachleuten und Kunstschaffenden. Was für ein vorläufiges Fazit ziehen Sie aus diesem speziellen Rahmenprogramm?
Die Ausstellung ist auch Teil eines Forschungsprojekts – gefördert vom Nationalfonds –, wo es darum geht, verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf den Umgang mit extraktiven Praktiken zu reflektieren. Die Idee der Talk-Serie war, diese Perspektiven für die Ausstellung fruchtbar zu machen und Themen und Aspekte der Ausstellung zu vertiefen oder den Blickwinkel zu erweitern.

Drei Holzstatuen stehen vor drei Bildschirmen in einem Saal

Letzter Blick in die Ausstellung «Extractive Zones»

Gestern hielt die bekannte Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy einen Vortrag hier bei uns. Wie war das?
Bénédicte Savoy schafft es, komplexe Zusammenhänge in einer greifbaren Sprache zu vermitteln.
Es war ein überaus anregender Vortrag, weil Savoy Ansätze aufzeigte, wie wir mit unserer Museumsgeschichte umgehen können. Diese Ansätze fordern uns auf, uns zu positionieren und zu schauen, wie wir sie ertragreich in der eigenen Museumsarbeit umsetzen können.

Die Museum Talk Reihe geht noch weiter und auch die Kooperation mit Culturscapes Amazonien 2021. Wie wichtig ist «Amazonien» für Ihre Arbeit und das MKB?
Das Amazonasgebiet ist ein grosser Sammlungsschwerpunkt des Hauses. Im Rahmen von Culturscape werden wir noch verschiedene Veranstaltungen anbieten, die verschiedenen Zugänge zur Geschichte und Aktualität Amazoniens erlauben. An der letzten Führung in «Extractive Zones» setzen wir die Ausstellung zudem in Beziehung zu anderen Ausstellungen im Haus.

Zwischen den Köpfen von zwei Holzfiguren blickt man auf einen Bildschirm auf einer weissen Wand

Die Ausstellung ist Teil eines Forschungsprojekts, das weitergeht